BEWÄHRUNGSPROBE#



Ein Format zur Präsentation zeitgenössicher Kunstproduktion in Wien.

Mit einem Fokus auf Materialitäten, Arbeitsbedingungen und Repräsentation.

Zwei Künstler*innen besprechen ihre Arbeiten - für jeweils 45 Minuten.
Sie erörtern ihre Praxis, Strategien und Techniken.


Da an etablierten Orten wie Museen oder auf Messen über Kunst geredet wird, sich aber außerhalb der Szenen eine mindestens ebenso relevante Diskussion weiterentwickeln muss, wollen wir uns zu den Bewährungsproben treffen. 

Kritik muss eingeübt werden. Die Bewährungsproben ermöglichen unabhängig von Ausstellungen und somit öffentlicher Repräsentation, über die eigene künstlerische Arbeit zu sprechen.

Beteiligte Künstler*innen

 

#1  Cäcilia Brown & Thomas Albdorf

#2  Anna Vasof & Stephen Mathewson

#3  Alexander Glandien & Jack Hauser/Sabina Holzer

#4  Luisa Kasalicky & Krüger/Pardeller

#5  Olivia Kaiser & Letizia Werth

#6  Jennifer Mattes & Michael Horsky

#7  Anne Wundrak & Linus Riepler

#8  Anna Reisenbichler/Angela Strohberger & Thomas Kwapil

#9  Michael Heindl & Eleni Kampuridis

#10 Stefan Reiterer & Matthias Peyker

#11 Katharina Höglinger & David Kellner

#12 Michaela Schweighofer & Philip Pichler

#13 Katrin Hornek & Manfred Hubmann

#14 Nicole Prutsch & Markus Riedler

#15 Oscar Cueto & Albert Allgaier

#16 Sarah Bildstein & Stefan Wirnsperger

#17 Nika Kupyrova & Gerald Roßbacher

#18 Cornelia Lein & Michael Simku

#19 Florian Nitsch & Elisabeth Windisch

#20 ANONIM

#21 Anastasiya Yarovenko

#22 Edith Payer & Lea Titz

#23 Noële Ody & Ana de Almeida/Stephanie Misa

#24 Andrea Lütz & Stefan Pöchhacker/Felix Brandmayr

#25 Anne Glassner & Olena Newkryta

#26 Angelika Wischermann & Fanni Futterknecht

#27 Veronika Burger & Janine Schranz

#28 Catherine Ludwig & Klaus Taschler

#29 Alexandra Tatar & Daniela Grabosch

#30 Julia Gaisbacher & Miriam Bajtala

#31 Thomas Laubenberger-Pletzer & Bastian Schwind

#32 Simona Reisch & Marc Alexandre Dumoulin

#33 Birgit Knoechl & Stephan Blumenschein

#34 Nina Dick & Raimund Pleschberger

#35 Barbara Stöhr bug blanket & Enar de Dios Rodriguez

#36 Laura Wagner & Lena Lieselotte Schuster

#37 TBA

Die Bewährungsproben finden aus dem Bedürfnis eine/r Künstler*in heraus statt, die eigene Arbeit präsentieren zu wollen. Wenn man nicht gerade durch Ausstellungsbeteiligungen omnipräsent ist, werden nach dem Studium die Anlässe weniger um über Techniken, Strategien und Arbeitsfelder zu sprechen.

 

Die Bewährungsproben sind Experimentierstunden, um künstlerische Arbeiten auszuprobieren, sie vorzustellen und in der Öffentlichkeit zu überprüfen. EineDreiviertelstunde maximal pro Position.

 

Der Begriff Bewährungsprobe ist aus der Studie „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Boltanski/Chiapello ausgeliehen. Die beiden Autoren untersuchen das Verhältnis des Kapitalismus zu seiner Kritik. Die Idee der Kritik macht nur dann Sinn, wenn eine Diskrepanz zwischen einem wünschenswerten und einem tatsächlichen Stand der Dinge besteht. Dort finden Bewährungsproben immer wieder statt um Gerechtigkeit anzuzeigen und herzustellen.

 

In unserem Fall ist die Veranstaltung selbst als Bewährungsprobe zu verstehen und weniger die Präsentationen der KünstlerInnen, da das Kunstsystem ein schwieriges Verhältnis im Sinne der Gerechtigkeit zu seinen AkteurInnen pflegt. Eine alternative Gesprächsgrundlage soll heute erprobt werden.

 

Ich war einfach zum richtigen Moment am richtigen Ort! Erfolg=Glück?

 

Das ist ja eine ziemlich düstere Logik in der wir unterwegs sind. Ob auf Vernissagen, in U-Bahnen oder bei Essenseinladungen – immer wieder gibt es den richtigen Ort zur richtigen Zeit. Da sich aber nichts ergibt, stellt sich Tristesse ein und ermüdend ist es auch - sich immer von seiner besten Seite zu zeigen.


Gehen wir davon aus, dass der Erfolg kein reiner Glücksfall ist. Erfolg selbst ist ja sehr vielfältig und hängt vom Auge des Betrachters ab – der Markterfolg ist das Eine. Die größte Bemessungsgrundlage sozusagen.

Viele Kunstpraxen definieren sich jedoch über andere Kriterien des „Erfolgs“. Um dem Phänomen nahe zu kommen benötigt es eine Sprache – eine Kategorienbildung. Und die soll sich mit den Bewährungsproben entfalten und konkreter werden. Was sind heute relevante Themen und Haltungen?

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