LYRIK

KRITIK

Aus einem Leben raus
gesteckt in einen Karton


Der stets gerüttelt
Sich verbeult wie eine zinkene Badewanne


In die sich ein Klopps setzt und betet
Das alles vorbei sei


Und mit den Fäusten auf Erlösung hoffend
In die Seiten fährt


Doch noch geschieht nichts
Noch zerbeult es

In Istanbul da steht ein Stuhl

und ob er dort so steht der Stuhl

ruht in ihm noch ein Borkenkäfer


Ein Wandrer einen Rastplatz sucht

der Käfer sich im Holze dreht

Gleichzeitigkeit in Istanbul


Da setzt er sich der Wandersmann

am Rande hin und fährt sodann

zu Boden nieder drückt ihn platt


Zu Span gewordner Borkenstuhl

am großen Platz in Istanbul

ein fluchend Mann und doch kein Käfer

Durchwandert Wüsten von Asphalt, Beton und Stahl
Labet euch am Busen meiner Vielfalt
Das Größte scheint nur hier ein wirklich großes Ding
Im Sande zu versinken ist nicht schwer


Schweiß eine Lage uns ermöglicht
Der Herr zu werden scheint nicht hart
nicht weich zu sein doch töricht
ist nur, wer investiert und nicht riskiert

Das Hinausschauen war schon immer Ausdruck,
von Schwäche und Sehnsucht,
der Armen und Bewegten die sich
nicht einig sein konnten, ob sie schwach sind oder dumm.


Die Gesellschaft bildet sich von allein,
wenn man am Tresen sitzt und bestellt und so
müsste es der Staat tun wie ein Bold,
drei Finger in die Luft und die Zunge zum Schnalzer angesetzt.


Nicht aber dass im vertrockneten Halse er stecken bleibt, der Schnalzer.
Die Dürreperiode hält an und schnürt die Kehle zu,
wie den Schuh der Riemen.


Die Kranken sind reicher und die Reichen kränker geworden, so bleibt einem nichts mehr.
Als noch im Bett liegend die Kehle zu tränken um im Aufspringen begriffen die Flinte zu nehmen – dem eigenen Anfall von Schwäche und Sehnsucht ein Ende zu bereiten

Am rechten Fußgelenk da trägt sie
ein goldnes Band,
es wippt mit jedem ihrer Schritte.


Der Sommer zeigt sich nun und zeigt
das goldne Band so sie denn nicht mehr

Langes trägt. Kurz


Am Abend klingelts und das Band wie sie

begeben sich zur Türe,

die schwer ist und metallern.

Jetzt würd im Film der Schuss falln gleich,
es ginge los mit heftgem Geballer.


Doch sind wir nicht im Film und sie kein Opfer,
keine Täterin ist sie.
Sie öffnet einfach nur das Tor.


Die Frau Elisabeth steht da und fragt nach Eiern,
das goldne Band wippt vor sich hin.

Der Sommer vor der Türe steht,

still und in Gedanken wieder Herbst.

Dass Ich nicht bin scheint

klar
zu sein in dieser spröden Zeit

doch wollt ich sein wie

er

ist oder

sie

ist doch es scheint mich

immerfort zurückzuhalten


Ich würd gern raus gehn,

bleiben
der Freude, des Lebens Kamerad sein
und lustvoll mich ergeben

doch Dunkles schneit herein wie Eis


Es scheint das Band mich
immerfort zurückzuziehn
den Drang samt dem Gefühl
herabzuziehn


Denn wenn ich laufe
und die Beine senkrecht schmeiß
dann kommt es stets von vorn
mich immerfort zurückzuhalten

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